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Blogbeitrag

26. August 2026

Der richtige Mahlgrad: Welche Faktoren beeinflussen das Mahlergebnis?

Mahlgrad

Der Mahlgrad ist ein entscheidender Qualitätsfaktor bei der Verarbeitung von Getreide und anderen Schüttgütern. Er beeinflusst die Eigenschaften des Endprodukts und trägt maßgeblich zu einer gleichbleibenden Produktqualität bei. Gleichzeitig wirkt sich der Mahlgrad auf die Effizienz der Weiterverarbeitung und die Wirtschaftlichkeit des gesamten Produktionsprozesses aus. Umso wichtiger ist es, den Mahlprozess präzise auf die jeweiligen Anforderungen abzustimmen und reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen.

Was versteht man unter dem Mahlgrad?

Der Mahlgrad beschreibt den Feinheitsgrad des zerkleinerten Materials. Er gibt an, wie groß oder klein die Partikel nach dem Mahlprozess sind. Je feiner der Mahlgrad, desto kleiner sind die einzelnen Partikel.

Welcher Mahlgrad optimal ist, hängt vom jeweiligen Einsatzbereich ab. Während einige Anwendungen eine besonders feine Vermahlung erfordern, genügt in anderen Fällen ein gröberes Mahlergebnis. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst fein zu mahlen, sondern eine gleichmäßige Partikelgröße zu erreichen. Ein homogener Mahlgrad sorgt für reproduzierbare Prozesse und erleichtert die Weiterverarbeitung.

Wie wird der Mahlgrad bei der Vermahlung bestimmt?

Bei der Getreideverarbeitung kommen häufig Hammermühlen zum Einsatz. Das Mahlgut gelangt in den Mahlraum und wird dort durch schnell rotierende Hämmer zerkleinert. Durch die wiederholte Schlag- und Prallwirkung zerbrechen die Körner in immer kleinere Partikel.

Erst wenn die Partikel klein genug sind, können sie die Öffnungen des eingesetzten Siebs passieren und die Maschine verlassen. Dieser Prozess zeigt, dass nicht nur die Maschine selbst, sondern auch ihre Einstellung und die Eigenschaften des Mahlguts den späteren Mahlgrad beeinflussen.

Die Siebgröße als wichtigste Stellschraube

Die Siebgröße zählt zu den wichtigsten Faktoren für das Mahlergebnis. Der Durchmesser der Sieböffnungen bestimmt, welche Partikelgröße die Hammermühle verlassen kann.

Kleine Sieböffnungen führen in der Regel zu einer feineren Vermahlung, da das Material länger im Mahlraum verbleibt und häufiger von den Hämmern getroffen wird. Größere Sieböffnungen ermöglichen dagegen einen höheren Durchsatz, erzeugen jedoch ein gröberes Endprodukt.

Ein möglichst kleines Sieb ist nicht automatisch die beste Wahl. Je feiner das Material gemahlen werden soll, desto höher sind meist Energiebedarf und Verschleiß. Deshalb sollte die Siebgröße immer an den gewünschten Mahlgrad und den jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden.

Auch der Zustand des Siebs spielt eine wichtige Rolle. Verschmutzte, beschädigte oder verschlissene Siebe können den Materialfluss beeinträchtigen und zu einem ungleichmäßigen Mahlergebnis führen.

Drehzahl und Schlagwirkung

Neben der Siebgröße beeinflusst auch die Rotordrehzahl den Mahlgrad. Mit steigender Drehzahl erhöht sich die Umfangsgeschwindigkeit der Hämmer. Dadurch wirken stärkere Schlagkräfte auf das Mahlgut, wodurch eine intensivere Zerkleinerung erreicht werden kann.

Eine höhere Drehzahl bedeutet nicht zwangsläufig bessere Ergebnisse. Sie erhöht gleichzeitig den Energieverbrauch und kann den Verschleiß von Hämmern und Sieben beschleunigen. Zudem muss die Drehzahl auf die eingesetzte Siebgröße und das jeweilige Mahlgut abgestimmt werden, um ein wirtschaftliches Verhältnis zwischen Durchsatz und Produktqualität zu erzielen.

Mahlgrad bestimmen und Eigenschaften des Mahlguts beachten

Nicht nur die Einstellungen der Hammermühle beeinflussen den Mahlgrad – auch die Eigenschaften des Mahlguts spielen eine entscheidende Rolle. Je nach Getreideart und Beschaffenheit kann das Mahlergebnis trotz identischer Maschineneinstellungen unterschiedlich ausfallen. Deshalb sollten die Maschinenparameter stets auf den jeweiligen Rohstoff abgestimmt werden. Farwick weist beispielsweise darauf hin, dass sich Weizen mit derselben Siebgröße feiner vermahlen lässt als Gerste und auch der Feuchtigkeitsgehalt einen direkten Einfluss auf die Futterstruktur hat.

Folgende Eigenschaften wirken sich auf den Mahlgrad aus:

  • Getreideart: Weizen, Gerste oder Mais besitzen unterschiedliche Materialeigenschaften und reagieren daher verschieden auf den Mahlprozess.
  • Härte des Materials: Harte Rohstoffe benötigen mehr Energie, um den gewünschten Mahlgrad zu erreichen.
  • Korngröße: Gleichmäßig große Körner sorgen für einen ruhigeren Mahlprozess und ein homogeneres Mahlergebnis.
  • Struktur des Mahlguts: Unterschiedliche Kornformen oder Fremdbestandteile können die Zerkleinerung beeinflussen.
  • Feuchtigkeitsgehalt: Feuchtes Getreide lässt sich häufig schwerer zerkleinern und führt oftmals zu einer gröberen Futterstruktur.

Feuchtigkeit des Mahlguts

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor ist der Feuchtigkeitsgehalt des Materials. Trockenes Getreide lässt sich in der Regel leichter zerkleinern als feuchtes Material.

Ist der Feuchtigkeitsgehalt zu hoch, kann das Mahlgut an den Sieben anhaften oder die Sieböffnungen teilweise zusetzen. Dadurch sinkt nicht nur der Durchsatz, sondern häufig verschlechtert sich auch die Gleichmäßigkeit des Mahlgrads. Zusätzlich steigt der Energiebedarf der Anlage.

Eine möglichst konstante Ausgangsfeuchtigkeit trägt daher wesentlich zu stabilen Mahlergebnissen bei.

Zustand von Hämmern und Sieben

Hämmer und Siebe gehören zu den Bauteilen, die während des Mahlprozesses besonders stark beansprucht werden. Mit zunehmender Betriebsdauer verändert sich ihr Zustand – und damit häufig auch das Mahlergebnis. Regelmäßige Kontrollen helfen deshalb, Schwankungen beim Mahlgrad frühzeitig zu erkennen.

Typische Auswirkungen von Verschleiß sind:

  • Stumpfe Schlagkanten: Abgenutzte Hämmer übertragen weniger Energie auf das Mahlgut.
  • Ungleichmäßig verschlissene Hämmer: Unterschiedlicher Verschleiß kann den Rundlauf beeinträchtigen und zu ungleichmäßiger Zerkleinerung führen.
  • Beschädigte Siebe: Risse oder vergrößerte Öffnungen lassen zu grobe Partikel passieren.
  • Zugesetzte Siebflächen: Ablagerungen verringern die nutzbare Siebfläche und reduzieren den Durchsatz.
  • Falsche Montage: Nicht korrekt eingesetzte Hämmer oder Siebe können die Leistung und das Mahlergebnis negativ beeinflussen.

Ein rechtzeitiger Austausch der Verschleißteile trägt dazu bei, den gewünschten Mahlgrad konstant zu halten. Gleichzeitig lassen sich unnötiger Energieverbrauch, Leistungseinbußen und ungeplante Stillstände vermeiden.

Materialzufuhr und Auslastung der Anlage

Für ein gleichmäßiges Mahlergebnis ist auch die Art der Materialzufuhr entscheidend. Wird die Hammermühle kontinuierlich und gleichmäßig beschickt, kann sie unter konstanten Bedingungen arbeiten.

Schwankende Materialmengen oder eine Überlastung der Anlage führen dagegen häufig zu ungleichmäßigen Ergebnissen. Das Material wird nicht mehr optimal zerkleinert, wodurch sich sowohl der Mahlgrad als auch die Anlagenleistung verschlechtern können.

Eine auf die Maschinenleistung abgestimmte Beschickung sorgt daher für stabile Prozesse und eine höhere Effizienz.

Absaugung und Luftführung

Oft unterschätzt wird die Bedeutung der Luftführung innerhalb der Anlage. Während des Mahlprozesses entsteht ein kontinuierlicher Luftstrom, der das zerkleinerte Material durch das Sieb transportiert.

Ist die Absaugung unzureichend, kann sich Material im Mahlraum stauen. Gleichzeitig steigt die Temperatur innerhalb der Maschine, was sich negativ auf den Mahlprozess auswirken kann. Eine optimal abgestimmte Luftführung unterstützt daher sowohl den Materialtransport als auch die Erzielung eines gleichmäßigen Mahlgrads.

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