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Blogbeitrag

16. Dezember 2025

So wichtig ist die Getreidebelüftung für die Lagerqualität

Getreidebelüftung

Die fachgerechte Lagerung von Getreide ist eine zentrale Voraussetzung für Qualitätserhalt und Wirtschaftlichkeit. Nach der Ernte ist das Korn ein empfindliches Naturprodukt, das weiterhin biologischen und physikalischen Prozessen unterliegt. Temperatur, Feuchtigkeit und Sauerstoff spielen dabei eine entscheidende Rolle. Eine der wichtigsten Maßnahmen, um diese Faktoren zu kontrollieren, ist die Getreidebelüftung. Sie trägt maßgeblich dazu bei, Verluste zu vermeiden und die Qualität des Lagergutes langfristig zu sichern.

Was versteht man unter Getreidebelüftung?

Getreidebelüftung bezeichnet das gezielte Durchströmen des gelagerten Getreides mit Luft. Ziel ist es, die Temperatur im Getreidestapel zu senken, Feuchte auszugleichen und ein gleichmäßiges Lagerklima zu schaffen. Anders als beim klassischen Trocknen steht nicht der starke Entzug von Wasser im Vordergrund, sondern die Stabilisierung des Getreides in einem lagerfähigen Zustand.

Dabei wird Umgebungsluft mithilfe von Ventilatoren durch das Korn geführt. Diese Luft nimmt Wärme auf und gleicht Feuchteunterschiede innerhalb des Lagers aus. Auf diese Weise werden kritische Bereiche im Getreide vermieden, die ansonsten zu Verderb führen könnten. Die Belüftung kann sowohl in Silos als auch in Flachlagern eingesetzt werden und ist heute ein fester Bestandteil moderner Lagertechnik.

Die physikalischen Grundlagen

Die Wirksamkeit der Getreidebelüftung basiert auf einfachen physikalischen Zusammenhängen. Nach der Ernte weist Getreide häufig unterschiedliche Temperaturen auf. Zudem ist jedes Korn hygroskopisch, es nimmt also Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf oder gibt sie ab.

Wichtige physikalische Prinzipien sind:

  • Warme Luft steigt nach oben und transportiert Feuchtigkeit
  • Kalte Luft kann mehr Wärme aufnehmen als warme Luft
  • Temperaturunterschiede führen zur Feuchtigkeitswanderung im Getreidestapel

Entstehen im Lager Temperaturunterschiede, wandert Feuchtigkeit von warmen zu kühleren Zonen. Dort kann sie kondensieren und zu lokalen Feuchtenestern führen. Diese Bereiche bieten ideale Bedingungen für Schimmelpilze und Mikroorganismen. Durch eine gleichmäßige Luftströmung wird die Temperatur im gesamten Lager angeglichen und dieser Effekt deutlich reduziert.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Gleichgewichtsfeuchte. Sie beschreibt den Zustand, bei dem Kornfeuchte und relative Luftfeuchte im Einklang stehen. Eine gezielte Belüftung hilft dabei, diesen Zustand zu erreichen und zu stabilisieren.

Warum Getreidebelüftung wichtig für die Lagerqualität ist

Getreide bleibt auch nach der Ernte ein biologisch aktives Produkt. Ohne gezielte Maßnahmen können Wärme, Feuchtigkeit und mikrobiologische Prozesse die Qualität schnell beeinträchtigen. Die Getreidebelüftung wirkt diesen Risiken gezielt entgegen und ist deshalb ein entscheidender Faktor für eine sichere und wirtschaftliche Lagerung.

  • Vermeidung von Schimmelbildung durch Abführung überschüssiger Wärme und Feuchtigkeit, da Schimmelpilze nur unter warmen und feuchten Bedingungen wachsen
  • Reduzierung des Schädlingsbefalls, weil niedrigere Temperaturen die Entwicklung und Vermehrung von Insekten stark verlangsamen
  • Ausgleich von Temperaturunterschieden im Getreidestapel, wodurch Feuchtigkeitswanderung und Kondensationszonen verhindert werden
  • Erhalt der technologischen Qualität, da Backeigenschaften, Futterwert und Keimfähigkeit bei kühler und gleichmäßiger Lagerung stabil bleiben
  • Verlängerung der Lagerdauer, weil das Getreide durch konstante Bedingungen weniger Alterungsprozessen ausgesetzt ist
  • Sicherung des wirtschaftlichen Wertes, da Qualitätsverluste, Gewichtsabnahmen und Vermarktungsabschläge vermieden werden

Techniken der Getreidebelüftung

Je nach Lagerform, Getreidemenge und betrieblicher Ausstattung stehen unterschiedliche Belüftungstechniken zur Verfügung. Sie alle verfolgen das Ziel, Luft kontrolliert durch das Getreide zu führen und so Temperatur und Feuchte zu regulieren.

  • Mechanische Belüftung mit Ventilatoren, bei der Umgebungsluft aktiv durch das Getreide gedrückt oder abgesaugt wird, um Wärme gezielt abzuführen
  • Unterflurbelüftung, bei der Luft von unten gleichmäßig durch den Getreidestapel strömt und eine besonders homogene Kühlung ermöglicht
  • Belüftung mit Halbrundkanälen oder Belüftungsrohren im Flachlager, die flexibel einsetzbar sind und eine gute Luftverteilung im Lagerboden gewährleisten
  • Belüftungssäulen in Silos, die die Luft vertikal durch das Getreide leiten und besonders für hohe Schüttungen geeignet sind
  • Natürliche Belüftung, bei der Temperaturunterschiede zwischen Innen und Außenluft genutzt werden, jedoch nur eingeschränkte Steuerungsmöglichkeiten bestehen
  • Automatisierte Belüftungssysteme, die mithilfe von Sensoren Temperatur und Feuchte überwachen und die Belüftung bedarfsgerecht steuern

Einfluss der Getreideart auf die Belüftungsstrategie

Unterschiedliche Getreidearten stellen verschiedene Anforderungen an die Belüftung. Korngröße, Feuchtegehalt und Atmungsaktivität beeinflussen, wie intensiv und wie lange belüftet werden sollte. Eine angepasste Belüftungsstrategie trägt wesentlich zur Sicherung der Lagerqualität bei.

  • Weizenist gut lagerfähig, benötigt jedoch eine gleichmäßige Abkühlung, um Feuchtenester und Qualitätsverluste zu vermeiden
  • Gerstereagiert empfindlich auf mechanische Belastung, weshalb eine schonende Belüftung besonders für Braugerste wichtig ist
  • Maiserfordert aufgrund hoher Erntefeuchte eine frühzeitige und intensive Belüftung, oft in Kombination mit Trocknung
  • Roggenneigt zur Selbsterwärmung und sollte direkt nach der Einlagerung zügig abgekühlt werden
  • Haferbesitzt einen hohen Luftwiderstand, weshalb die Luftführung an die Schüttung angepasst werden muss
  • Rapsist sehr feuchteempfindlich und benötigt eine präzise, gleichmäßige Belüftung bei niedrigen Lagerfeuchten

Belüftungstechnik von FARWICK

Die Belüftungstechnik von FARWICK zielt darauf ab, Temperatur und Feuchtigkeit im Getreidelager gezielt zu kontrollieren und so die Qualität des Lagergutes langfristig zu sichern. Da Getreide durch seine natürliche Atmung Wärme und Feuchte entwickelt, ist eine effektive Luftführung entscheidend, um Verderb, Schimmelbildung und Qualitätsverluste zu vermeiden. FARWICK setzt dabei auf praxisbewährte und flexibel einsetzbare Belüftungssysteme für unterschiedliche Lagerformen.

Das Produktsortiment umfasst verschiedene Komponenten, die eine gleichmäßige Luftverteilung im Getreidestapel ermöglichen und individuell kombiniert werden können:

  • Belüftungsrohre und Halbrundkanäle für eine flächige Luftführung im Flachlager
  • Belüftungssäulen und Belüftungsspeere zur gezielten Luftzufuhr in Silos oder tieferen Schüttungen
  • Leistungsstarke Ventilatoren, abgestimmt auf Lagergröße und erforderliche Luftmenge
  • Systeme zur Unterflur und Bodenbelüftung für eine gleichmäßige Durchströmung von unten nach oben

Durch die modulare Bauweise lassen sich FARWICK Belüftungssysteme exakt an die jeweiligen Lagerbedingungen anpassen. So entsteht ein stabiles Lagerklima, das die Lagerfähigkeit verbessert und den wirtschaftlichen Wert des Getreides erhält.

Wir sind Ihre Experten: Anlagen-, Maschinen- und Mühlenbau für die Landwirtschaft und Agrarindustrie!

Farwick Mühlenbau aus Münster – Ihr versierter Partner rund um die Planung und Ausführung von Maschinen und Zubehör, auch für Biogasanlagen. Haben Sie weitere Fragen zum Thema Getreidebelüftung oder benötigen Sie eine individuelle Beratung im Bereich Maschinen- und Mühlenbau? Dann melden Sie sich bei uns! Schreiben Sie uns gerne eine Mail an kontakt@farwick-muehlenbau.de, über das Kontaktformular oder rufen Sie uns unter der (0251) 14 23 60 an.

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